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Dispersionsfarben

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Was ist Dispersionsfarbe?

Der Begriff Dispersionsfarbe bezeichnet Wandfarben, deren Bindemittel in Wasser fein verteilt (dispergiert) vorliegt. Im allgemeinen Sprachgebrauch versteht man darunter vor allem gebrauchsfertige Wandfarben für den Innen- und Außenbereich, die sich durch einfache Verarbeitung und gute Deckkraft auszeichnen.

Chemisch gesehen handelt es sich bei einer Dispersion um ein Gemisch aus zwei Stoffen, die sich nicht vollständig miteinander verbinden – in diesem Fall Wasser und organische Bindemittel. Eine typische Dispersionsfarbe besteht aus folgenden Inhaltsstoffen:

  • Wasser als Lösungsmittel
  • Kunstharze als Bindemittel
  • Pigmente (z. B. Titandioxid für die Weißfärbung)
  • Füllstoffe zur Volumen- und Strukturbildung
  • Additive wie Entschäumer, Konservierungsmittel und Verdickungsmittel

Dispersionsfarben werden als Innenfarben und Fassadenfarben produziert. Die Zusammensetzung der Qualitäten unterscheidet sich dabei aber je nach Einsatzgebiet. Durch Bewitterung und andere äußere Einflüsse muss eine Fassadenfarbe deutlich robuster sein als eine klassische Innenfarbe. Innenfarben wiederum sollten möglichst unbedenklich für ein gesundes Raumklima sein und keine unangenehmen Gerüche mit sich bringen.

Warum Dispersionsfarben so beliebt sind

Im professionellen Malerhandwerk sind Dispersionsfarben die meistverwendeten Wandfarben – sowohl im Neubau als auch bei Renovierungen. Das liegt an ihren praktischen Eigenschaften:

  • Wasserbasiert und geruchsarm
  • Schnelle Trocknung
  • Hohe Deckkraft
  • Leicht zu verarbeiten
  • Für viele Untergründe geeignet (auch auf Altanstrichen, sofern tragfähig)

Je nach Rezeptur variieren Qualität und Preis. Nicht jede Dispersionsfarbe erfüllt automatisch höchste Anforderungen – entscheidend ist die Zusammensetzung und die Eignung für den jeweiligen Einsatzzweck. Ein wichtiges Hilfsmittel zur Bewertung von Wandfarben für den Innenbereich ist die Norm DIN EN 13300. Sie definiert die wichtigsten Leistungsmerkmale:

  • Deckvermögen H10-Klasse in den Klassen 1 bis 4
  • Nassabriebbeständigkeit in den Klassen 1 bis 5

Eine Dispersionsfarbe der Klasse 1 in beiden Kategorien bietet besonders gute Deckkraft und hohe Widerstandsfähigkeit gegen mechanische Belastung. Hochwertige Qualitäten setzen hochwertige Rohstoffe voraus – und das spiegelt sich auch im Preis wider. Für viele Einsatzbereiche ist ein Kompromiss aus Leistung und Kosten sinnvoll.

Alle Infos zur DIN EN 13300 finden Sie hier: DIN EN 13300

Alle Infos zur DIN EN 13300

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Häufig gestellte Fragen zu Dispersionsfarben

Dispersionsfarben lassen sich flexibel verarbeiten – durch Streichen, Rollen oder Spritzen. Die gewählte Methode hängt vom Untergrund, dem Projektumfang und dem gewünschten Oberflächenbild ab. Moderne Dispersionsfarben für Innen- und Außenbereiche sind in der Regel gebrauchsfertig eingestellt und benötigen keine zusätzliche Verdünnung.

Für spezielle Anwendungen oder bei hohen Temperaturen kann eine Verdünnung mit Wasser sinnvoll sein – allerdings nur im Rahmen der zulässigen Grenzen. Diese sind im Technischen Merkblatt des jeweiligen Produkts angegeben und sollten unbedingt eingehalten werden, um die Produktleistung und Umweltverträglichkeit nicht zu beeinträchtigen.

Je nach Untergrund und Deckkraft der Farbe reichen ein oder zwei Anstriche aus. Auch hier gibt das Technische Merkblatt konkrete Empfehlungen zur Schichtdicke, Verarbeitungstemperatur und Trocknungszeit.

Die Trocknungszeit von Dispersionsfarbe hängt stark vom Produkt und den Umgebungsbedingungen ab:

  • Innenbereich: Bei einer Raumtemperatur von etwa 20 °C und 65 % relativer Luftfeuchtigkeit ist eine Standard-Dispersionsfarbe nach ca. 4 Stunden oberflächentrocken und überstreichbar. Die vollständige Durchtrocknung kann je nach Schichtdicke und Produktformulierung bis zu 3 Tage dauern.
  • Außenbereich / Fassaden: Hier spielen Witterung, Untergrundfeuchte und Luftbewegung eine große Rolle. Außerdem wird im Fassadenbereich häufig nicht nur von einer Farbe gesprochen, sondern von einem Fassadensystem, das mindestens aus einer Grundierung und einer Deckbeschichtung besteht.

Achten Sie bei der Verarbeitung im Außenbereich besonders auf Regenwahrscheinlichkeit, direkte Sonneneinstrahlung und Temperatur – denn diese Faktoren beeinflussen die Trocknungs- und Aushärtungszeit von Fassadenfarben erheblich.

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