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Mineralische Fassadenfarben

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Fassadenfarben haben eine lange Tradition. Früher mischte der Maler Farbe noch selbst an: Sumpfkalk, Wasser, Pigmente und Additive – fertig. Heute liegen komplexere Sachverhalte vor, die nach umfangreicheren Lösungen suchen.

Silikat- und Dispersionssilikatfarben

Reine Silikatfarben bestehen in der Regel aus zwei Komponenten. Das Bindemittel – meist Kaliwasserglas – enthält Siliziumdioxid und ist damit chemisch mit Quarzsand verwandt. Diese Farben gehen eine feste Verbindung mit mineralischen Untergründen ein („Verkieselung“) und haben ähnliche Eigenschaften wie mineralischer Putz. Silikatfarben zeichnen sich aufgrund der Kapillarität durch sehr gute Wasserdampfdurchlässigkeit aus. Die Verarbeitung ist allerdings anspruchsvoll. Zudem kann die Oberfläche leicht wolkig erscheinen.

Dispersionssilikatfarben sind einfacher zu verarbeiten. Durch einen geringen Anteil an organischem Bindemittel (max. 5 %) wird die Lagerfähigkeit verbessert und die Applikation erleichtert. Auch sie bieten eine gute Wasserdampfdiffusion. Sie eignen sich sowohl für Neubauten als auch für die Renovierung – z. B. auf Kalkputz, strukturierte Fassaden oder denkmalgeschützte Objekte.

Anforderungen an Fassadenfarben

Fassadenfarben übernehmen mehr als nur eine gestalterische Funktion. Sie schützen das Bauwerk – vor allem die Putz- und Mauerwerksschicht – vor schädlichen Umwelteinflüssen wie:

  • UV-Strahlung
  • Regen und Feuchtigkeit
  • Frost-Tau-Wechsel
  • Luftverschmutzung

Die Schutzwirkung einer Fassadenfarbe hängt maßgeblich von ihrer Produktspezifikation ab. Ziel ist es, den Untergrund – also Putz und Mauerwerk – vor übermäßiger Feuchtigkeitsaufnahme zu schützen. Dringt dennoch Feuchtigkeit ein, muss sie möglichst schnell wieder als Wasserdampf nach außen entweichen können. Deshalb darf die Beschichtung keinen dichten Film bilden, sondern sollte eine hohe Wasserdampfdurchlässigkeit aufweisen. Das bedeutet:

  • Wasserdampfdurchlässig sein (sd-Wert < 0,1 m)
  • Wasserabweisend wirken (W-Wert: 0,1–0,5 kg/m² · h⁰·⁵)

Im Sprachgebrauch nennt man diese Eigenschaften oft „atmungsaktiv“.

Farbtonstabilität und Algenschutz

Moderne mineralische Fassadenfarben müssen mehr leisten als früher. Zwei zentrale Anforderungen stehen heute im Fokus:

  1. Farbtonstabilität bei intensiven Tönen
  2. Schutz vor Algen- und Pilzbefall

Beispiel: Der Farbtonfächer 2.0 Vision von Dinova bietet 846 Farbtöne, von denen ein Großteil in A1-Qualität gemäß BFS-Merkblatt 26 verfügbar ist. Für Anwendungen mit erhöhtem Algenrisiko eignen sich Produkte wie DinoSil-Fassadenfarbe oder DinoSil-Keralith. Ihre hohe Alkalität und die mineralische Basis wirken vorbeugend gegen mikrobiellen Befall. Ein weiterer Vorteil: Die Oberfläche lädt sich nicht statisch auf – Schmutz bleibt weniger haften.

Mineralfarben sind diffusionsoffen, witterungsbeständig und besonders langlebig. Sie sind besonders gut für mineralische Untergründe wie Kalkputz geeignet, da sie durch Verkieselung eine starke Verbindung eingehen.

Mineralfarben richtig verarbeiten

Vor dem Beschichten einer Fassade ist der Untergrund sorgfältig zu prüfen. Nur auf tragfähigem, sauberen und geeigneten Putz ist ein langanhaltendes Ergebnis möglich.

Hilfreiche Prüfmethoden:

  • Klebebandtest
  • Wasserbenetzungsprobe
  • Wischtest

Der Untergrund muss verkieselungsfähig sein, d. h. Quarzanteile enthalten. Die Applikation erfolgt meist durch Streichen, Rollen oder Spritzen – abhängig vom Produkt. Ein zweimaliger Anstrich wird empfohlen, um sowohl die Schutz- als auch die Gestaltungsfunktion optimal zu erfüllen.

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